CasaBlanca Titel
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wurde 2021 an Philipp Weber verliehen

Seit gut 17 Jahren ist Philipp Weber als Kabarettist unterwegs und im Kabarett Casablanca begeisterte er das Publikum schon mehrfach mit seiner flinken Zunge und "im Schweinsgalopp" wie unsere Präsidentin Elfi Jörnhs bei der Begrüßung feststellte. Schon 2008 - vor Webers Durchstarten in Funk und Fernsehen - stand er auf der kleinen Bühne des (damals noch) Kellertheaters. Es folgten Auftritte in 2010 und zuletzt 2019 mit "WEBER N°5: Ich liebe ihn!" mit dem er die Jury des gemeinnützigen Vereins überzeugen konnte. Für diesen gab es übrigens viel Lob vom neuen Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Kulturministerium, David Profit: "Das Land ist reich an vielfältigsten Kulturregionen. Wir können das etwas fördern, aber es ist dem Engagement der vielen auch ehrenamtlichen Kulturschaffenden zu verdanken wie dem Kabarett CasaBlanca."

Philipp Weber wuchs in Amorbach im Odenwald auf. Seine ersten Bühnenerfahrungen sammelte er während seines Studiums bei Poetry Slams und im Studentenkabarett. Mit seinem akademischen Background gehört zu den letzten Universalgelehrten des deutschen Kabaretts. Denn der Mann ist nicht nur examinierter Biologe und Chemiker. Sogar Germanistik, Geschichte, Psychologie, Medizin, Pädagogik und Bioethik hat Philipp Weber mit größtem Erfolg ... abgebrochen. Das bedeutet: Dieser Kabarettist kann überall mitreden und das macht er auch. Für ihn ist Komik die wichtigste Form wissenschaftlichen Arbeitens und Humor das bedeutendste Teilgebiet der Philosophie.

Vor der grandiosen Kulisse des historischen Bauhauses - stimmungsvoll illuminiert von der Firma Myfire - sorgte das kabarettistische Energiebündel für zwei Stunden Daueramüsement mit lehrreichen Einlagen. Durch die lange Bühnenabstinenz - zwangsbedingt durch die Corona-Maßnahmen - schien sein Temperament beinah durch die (nicht vorhandene) Wolkendecke zu gehen. Komik, Klamauk und kabarettistische Spitzen münden in die fünf Weberschen Gesetze des menschlichen Fortschritts. Er lacht, erzählt, erklärt, schimpft und schreit, zetert mit der digitalen Welt, um im nächsten Atemzug, sofern er sich überhabt mal Zeit zum Atmen nimmt, wieder den bodenständigen Blickwinkel des Odenwaldes einzunehmen, der dem des Rhein-Lahn-Bürgers ziemlich ähnlich ist.
In der Bühnensprache ist Philipp Weber eine echte Rampensau. Ob Wortwitz, brillanter Blödsinn oder messerscharfe Analyse - wie er das Publikum unterhält, sucht seinesgleichen. Bei seinen rasanten Kaskaden an Worten und Pointen hat man unweigerlich den Eindruck: Der könnte noch ewig so weitermachen. Mit der zum Abschluss gereichten Großpackung Emser Pastillen unseres Sponsors ist er auf jeden Fall bestens dafür gerüstet.

An diesem Abend jedenfalls, hat Philipp Weber mit einem fulminanten Auftritt gezeigt, warum er die Auszeichnung mehr als verdient hat. Er ist rasant, pointiert, raffiniert und vor allem sehr, sehr lustig.




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Emser Pastillchen für zwei Stimmbänder


Philipp Weber im Internet:
Pfeil www.weberphilipp.de
 

Preisträger 2020: Lars Reichow

Preisträger 2019: Martin Zingsheim

Preisträger 2018: Madeleine Sauveur

Preisträger 2017: Sebastian Schnoy
Preisträger 2016: Matthias Reuter
Preisträger 2015: Benjamin Eisenberg
Preisträger 2014: Tina Teubner
Preisträger 2013: Luise Kinseher
Preisträger 2012: Rena Schwarz
Preisträger 2011: Lüder Wohlenberg und Hans F. Jörnhs
Preisträger 2010: Thomas C. Breuer
Preisträger 2009: Kabbaratz
Preisträger 2008: Ingo Börchers
Preisträger 2007: Bodo Wartke
Preisträger 2006: Knusper
Preisträger 2005: Kabarett BläckAut
Preisträger 2004: Simone Solga
Preisträger 2003: Konrad Beikircher
Preisträger 2002: Matthias Brodowy

Das Emser Pastillchen für zwei Stimmbänder, die Geschichte

Der Preis mit den kirschroten Lippen wird seit 2002 vom Verein Kabarett CasaBlanca vergeben. Drei Jahre nachdem sich die neu gegründete Kabarettbühne in Bad Ems zu etablieren schien, heckten die Gründer Hans Friedel Jörnhs und Erich Krausbeck schon neue Pläne aus. Ein Preis musste her. Die beiden Quer- und Um-die-Ecke-Denker hatten eine brillante Idee: Stimmbänder - die ja jeder Kabarettist zur Ausübung seiner Kunst benutzt und Emser Pastillen, eines der Markenzeichen von Bad Ems, gehören irgendwie zusammen. Die Verbindung gelang und es folgte alsbald die Umsetzung.
Der damalige Chef aller Emser Pastillen, Direktor Olaf Hirsch der Fa. Siemens und Co., brauchte weniger als 1 Minute 30, um die an ihn herangetragene Idee eines solchen Preises mit zu beflügeln. Dank der großzügigen Unterstützung, mittlerweile auch durch das Schwesterunternehmen Sidroga, konnte das Preisgeld ausgeschrieben werden.
Der Bad Emser Künstlerin Lies Ebinger und ehemaligen Seniorchefin der Keramikwerkstatt Ebinger-Schnaß, gelang mit ihrem Entwurf die eindrucksvolle Umsetzung einer nicht ganz trivialen Aufgabe. "Stimmbänder und einen Kehlkopf kann man schlecht gestalten. Und der Mund ist ja das Organ, mit dem die Stimme nach außen gebracht wird". So fiel die Entscheidung für ein großes, rotes Lippenpaar welches auf einem Messingstab mit vergoldetem Sockel thront. Aus der Echtgoldglasur ragt in erhabenen Buchstaben der etwas aussergewöhnliche Name des Preises, zu dem Sie lieber Leser jetzt auch die Geschichte kennen.

Eine unabhängige Jury wählt aus den über das Jahr im Theater aufgetretenen Künstlern den oder die PreisträgerIn aus. Da der Verein laut Satzung auch explizit Nachwuchskünstlern eine Auftrittsmöglichkeit bieten möchte, beobachten wir nicht ohne Stolz das einige unserer Preisträger in der Folge "richtig groß rausgekommen sind".
Bodo Wartke zum Beispiel, Preisträger 2007, damals noch im kleinen Kellertheater mit 99 Plätzen, ist für Locations unter 1000 Plätzen gar nicht mehr zu kriegen. Bemerkenswert war auch Konrad Beikircher (er kommt trotz seiner Popularität immer noch gern zu uns), als er 2003 sein Pastillchen erhielt, hat er als Zeichen seiner Wertschätzung unserem kleinen Theater gegenüber sein Preisgeld dem Verein gespendet.

Der kunstvolle Preis, über den Hans F. Jörnhs einmal sagte es sei "die wahrscheinlich schönste Trophäe, die als Kabarettpreis nördlich des Äquators überreicht wird", unterläuft einen aufwendigen, mehrwöchigen Herstellungsprozess: Der feuchte Ton für Mund und Sockel wird in eine Gipsform gegossen. Die Rohprodukte müssen dann mehrere Wochen in einem Raum mit Heizung und Gebläse getrocknet werden. Erst in trockenem Zustand werden die Sockel und Münder dann glasiert. Den Mund zu glasieren ist aufgrund der Wölbung der Lippen eine besondere Herausforderung. Wenn die Glasur so verläuft dass es aussieht als würde der Mund einem die Zunge herausstrecken ist es Ausschussware. Sechs bis sieben dünne Farbschichten müssen aufgetragen werden - eine jede muss zuerst trocknen, bis die nächste obendrauf kommt. Im Anschluss werden die glasierten Teile zwölf Stunden bei 1100 Grad gebrannt. Der Sockel wird zunächst schwarz-weiß glasiert und gebrannt. Danach wird sein Schriftzug mit flüssigem Gold versehen und der Sockel noch mal bei 800 Grad in den Ofen gesteckt. Und damit am Ende auch jeder Künstler ein Unikat erhält, wird eine Metallplakette mit Namen und Auszeichnungsjahr unten in den Sockel geklebt.

Neben der "Langen CasaBlanca Kabarettnacht" gehört die Preisverleihung zu den Höhepunkten im Emser Kabarett-Jahr. Die Überreichung des einzigartigen "Emser Pastillchen für zwei Stimmbänder" ließ bisher das Herz eines jeden Empfängers freudig höher schlagen.

Wir danken Lies Ebinger †

(April 2020) Zum Todestag einer, für das Kabarett CasaBlanca wichtigen Persönlichkeit, möchten wir - aus unserer Kleinkunstwelt heraus - die spezielle Bedeutung von Lies Ebinger würdigen.
Als die Konzeption eines Kabarettpreises ganz am Anfang stand, sprach unser damaliger Intendant Friedel Jörnhs die Künstlerin an, ob sie uns eventuell bei der Formfindung behilflich sein könnte. Die Anfrage war freundlich zurückhaltend gemeint, denn wir waren ein kleines, neues Kellertheater, damals noch ohne nennenswerte Reputation. Zu unserer großen Freude und für uns etwas ganz Besonderes, war die spontane Zusage der Künstlerin, daran zu arbeiten. Es entstand eine Trophäe, die bis heute unwidersprochen als die schönste im Lande gilt: Das "Emser Pastillchen für zwei Stimmbänder". Ein rotes Lippenpaar, über einer goldenen Pastille schwebend, wird für unseren Kabarettpreis das Alleinstellungsmerkmal, an welches "nördlich des Äquators", so der Intendant, nichts heranreicht. Die PreisträgerInnen strahlen, wenn ihnen diese ausdrucksstarke Statue überreicht wird, und in der Szene ist unser Preis zunehmend begehrt.
Somit möchten wir Lies Ebinger noch einmal im besonderen unseren Dank aussprechen für diese wunderbare Gestaltung; danke der Familie und der ehemaligen Firma Ebinger-Schnass-Keramik für dieses Geschenk an uns, an unser Publikum und an die KabarettistInnen.

 
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