CasaBlanca Titel
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wurde 2018 an Madeleine Sauveur verliehen

Wieder am dritten Samstag im August fand die Preisverleihung des "Emser Pastillchen für zwei Stimmbänder" im Theater im Badhaus statt. Die Jury des Vereins Kabarett CasaBlanca e.V. hatte sich einvernehmlich entschieden die begehrte Trophäe in diesem Jahr an Madeleine Sauveur und ihren kongenialen Pianisten Clemens Maria Kitschen zu verleihen.
Ab halb acht fand vor den "Toren" des Badhauses eine erste Begrüßung mit Winzersekt und der regionalen Spezialität "Nieverner Heckeböck" statt. Umgeben von der schönen Kurparkkulisse erzählte Vizepräsident Dr. Erich Krausbeck von der Geschichte des Emser Pastillchens, dem schönsten Kabarettpreis nördlich des Äquators und hieß die Gäste herzlich willkommen.
Während des anschließenden Programmes kämpft die Meisterin der Missverständnisse mit ihrem inneren Schweinehund und männlichen Gesprächspartnern. Sie versucht zwischen Stöckelschuhen und Rollator ihren Weg zu finden während sie den Ohrwurm "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" kurzerhand von St. Pauli nach Ems verlagert.
Intendant Josef Winkler würdigte Madeleine Sauveur nach der Pause in seiner Laudatio als vielseitige Künstlerin, die nicht nur Kabarettistin, sondern auch Buchautorin ist und leidenschaftlich gern Chansons singt. Sie staubt lieber Preise ab als Schränke. Mit ihrem Programm "Hin und Weg" war sie zum ersten Mal in Bad Ems zu Gast und konnte gleich überzeugen. Nicht weniger verdient hat den Preis auch Clemens Maria Kitschen. Der Pianist, Akkordeonist, Komponist und Klavierlehrer begleitet Madeleine Sauveur seit 1998, vertont ihre Texte und ist ihr Ansprechpartner auf der Bühne.
Zum krönenden Abschluß gab es natürlich die obligatorische große Geschenkpackung mit Emser Pastillen, dem feinen Sidroga Tee, und der sehr beliebten Nasendusche. Die darf schließlich in keinem Künstlerhaushalt fehlen.
Zum siebzehnten Mal wurde der besondere Preis unseres Kabaretts vergeben, das von Lies Ebinger entworfene und künstlerisch einzigartige "Emser Pastillchen für zwei Stimmbänder" - die knallroten Lippen an einer Messingstange, ruhend auf einer goldenen Pastille! Wer kennt sie nicht, die "Emser Pastillen" für die Stimme und den Hals; sind sie doch weltberühmt.



Weitere Fotos auf unserer Facebook-Seite.

 

Emser Pastillchen für zwei Stimmbänder


Madeleine Sauveur im Internet:
Pfeil www.madeleine-sauveur.de
 

Die Preisverleihung 2018.


Preisträger 2017: Sebastian Schnoy
Preisträger 2016: Matthias Reuter
Preisträger 2015: Benjamin Eisenberg
Preisträger 2014: Tina Teubner
Preisträger 2013: Luise Kinseher
Preisträger 2012: Rena Schwarz
Preisträger 2011: Lüder Wohlenberg und Hans F. Jörnhs
Preisträger 2010: Thomas C. Breuer
Preisträger 2009: Kabbaratz
Preisträger 2008: Ingo Börchers
Preisträger 2007: Bodo Wartke
Preisträger 2006: Knusper
Preisträger 2005: Kabarett BläckAut
Preisträger 2004: Simone Solga
Preisträger 2003: Konrad Beikircher
Preisträger 2002: Matthias Brodowy

Das Emser Pastillchen für zwei Stimmbänder, die Geschichte

Der Preis mit den kirschroten Lippen wird seit 2002 vom Verein Kabarett CasaBlanca vergeben. Drei Jahre nachdem sich die neu gegründete Kabarettbühne in Bad Ems zu etablieren schien, heckten die Gründer Hans Friedel Jörnhs und Erich Krausbeck schon neue Pläne aus. Ein Preis musste her. Die beiden Quer- und Um-die-Ecke-Denker hatten eine brillante Idee: Stimmbänder - die ja jeder Kabarettist zur Ausübung seiner Kunst benutzt und Emser Pastillen, eins der Markenzeichen von Bad Ems, gehören irgendwie zusammen. Die Verbindung gelang und es folgte alsbald die Umsetzung.
Der damalige Chef aller Emser Pastillen, Direktor Olaf Hirsch von Siemens und Co., brauchte weniger als eine Minute 30, um die an ihn herangetragene Idee eines solchen Preises mit zu beflügeln. Dank der großzügigen Unterstützung, mittlerweile auch durch das Schwesterunternehmen Sidroga, konnte das Preisgeld ausgeschrieben werden.
Der Bad Emser Künstlerin Lies Ebinger, inzwischen Seniorchefin der Keramikwerkstatt Ebinger-Schnaß, gelang mit ihrem Entwurf die eindrucksvolle Umsetzung einer nicht ganz trivialen Aufgabe. "Stimmbänder und einen Kehlkopf kann man schlecht gestalten. Und der Mund ist ja das Organ, mit dem die Stimme nach außen gebracht wird". So fiel die Entscheidung für ein großes, rotes Lippenpaar welches auf einem Messingstab mit vergoldetem Sockel thront. Aus der Echtgoldglasur ragt in erhabenen Buchstaben der etwas aussergewöhnliche Name des Preises, zu dem Sie lieber Leser jetzt auch die Geschichte kennen.

Eine unabhängige Jury wählt aus den über das Jahr im Theater aufgetretenen Künstlern den oder die PreisträgerIn aus. Da der Verein laut Satzung auch explizit Nachwuchskünstlern eine Auftrittsmöglichkeit bieten möchte, beobachten wir nicht ohne Stolz das einige unserer Preisträger in der Folge "richtig groß rausgekommen sind".
Bodo Wartke zum Beispiel, Preisträger 2007, damals noch im kleinen Kellertheater mit 99 Plätzen, ist für Locations unter 1000 Plätzen gar nicht mehr zu kriegen. Bemerkenswert war auch Konrad Beikircher (er kommt trotz seiner Popularität immer noch gern zu uns), als er 2003 sein Pastillchen erhielt, hat er als Zeichen seiner Wertschätzung unserem kleinen Theater gegenüber sein Preisgeld dem Verein gespendet.

Der kunstvolle Preis, über den Hans F. Jörnhs einmal sagte es sei "die wahrscheinlich schönste Trophäe, die als Kabarettpreis nördlich des Äquators überreicht wird", unterläuft einen aufwendigen, mehrwöchigen Herstellungsprozess: Der feuchte Ton für Mund und Sockel wird in eine Gipsform gegossen. Die Rohprodukte müssen dann mehrere Wochen in einem Raum mit Heizung und Gebläse getrocknet werden. Erst in trockenem Zustand werden die Sockel und Münder dann glasiert. Den Mund zu glasieren ist aufgrund der Wölbung der Lippen eine besondere Herausforderung. Wenn die Glasur so verläuft dass es aussieht als würde der Mund einem die Zunge herausstrecken ist es Ausschussware. Sechs bis sieben dünne Farbschichten müssen aufgetragen werden - eine jede muss zuerst trocknen, bis die nächste obendrauf kommt. Im Anschluss werden die glasierten Teile zwölf Stunden bei 1100 Grad gebrannt. Der Sockel wird zunächst schwarz-weiß glasiert und gebrannt. Danach wird sein Schriftzug mit flüssigem Gold versehen und der Sockel noch mal bei 800 Grad in den Ofen gesteckt. Und damit am Ende auch jeder Künstler ein Unikat erhält, wird eine Metallplakette mit Namen und Auszeichnungsjahr unten in den Sockel geklebt.

Neben der "Langen CasaBlanca Kabarettnacht" gehört die Preisverleihung zu den Höhepunkten im Emser Kabarett-Jahr. Die Überreichung des einzigartigen "Emser Pastillchen für zwei Stimmbänder" ließ bisher das Herz eines jeden Empfängers freudig höher schlagen.

 
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